Siebenschläfer

Siebenschläfer © Hannah Assil

Merkmale

Siebenschläfer gehören neben dem Gartenschläfer, Baumschläfer und der Hasenlaus zur Familie der Bilche, auch Schlafmäuse genannt. Siebenschläfer sind nachtaktiv, ihre Sinnesorgane sind optimal an diese Lebensweise angepasst. Sie haben große, schwarze Knopfaugen, mit denen sie sehr gut sehen können und kleine rundliche Ohren. Ihr Gehör ist ausgezeichnet und ebenso der Geruchssinn ist besonders gut ausgeprägt. Siebenschläfer besitzen zahlreiche, äußerst lange Schnurrhaare zum Abtasten der Umgebung. Sie haben einen langen, buschigen Schwanz, welcher beim Klettern und Bewegen auf Bäumen zum Halten des Gleichgewichts dient. Der Schwanz ist außerdem mit Sollbruchstellen versehen. Wird ein Siebenschläfer von einem Feind am Schwanz gepackt, reißt an solch einer Sollbruchstelle die Schwanzhaut ein und der Siebenschläfer kann flüchten. Eine weitere Besonderheit von Bilchen sind die Fußsohlen, die ähnlich wie Saugnäpfe funktionieren und das senkrechte Hochklettern an Bäumen und Wänden ermöglichen. Das Fell von Siebenschläfern ist dicht und grau, die Bauchseite ist weiß.

junge Haselmäuse © Daniela Großmann
Baumschläfer © Ulli Odreitz

Lebensraum

Siebenschläfer leben bevorzugt in großen Laub- und Mischwäldern, kommen aber auch häufig in menschlicher Nähe wie z.B. Obstgärten oder menschlichen Behausungen vor. Entscheidend für die Wahl ihres Lebensraums ist der Bestand an ausgewachsenen, früchtetragenden Laubbäumen, welche ausreichend Nahrung und Schlafhöhlen bieten.

Siebenschläferbaby © Daniela Großmann

Lebensweise

Tagsüber schlafen die Tiere in Baumhöhlen, Erdlöchern oder Vogelnistkästen und machen sich erst in Nacht auf Nahrungssuche. Männliche Siebenschläfer sind Einzelgänger, Weibchen leben mit ihren Jungen in kleinen Familienverbänden. Siebenschläfer sind sehr territorial und verteidigen ihr Revier gegen Artgenossen. Männchen und Weibchen kommen nur zur Paarung zusammen. Dies erfolgt im Juni, kurze Zeit nachdem die Tiere aus dem Winterschlaf erwacht sind. Siebenschläfer haben einen Wurf pro Jahr, welcher aus vier bis sechs Jungtieren besteht, um das sich ausschließlich das Weibchen kümmert. Das Nest wird zuvor in ehemaligen Spechthöhlen errichten, manchmal werden auch Vogelnistkästen in Gärten angenommen. Das Nestmaterial besteht aus Haaren, Federn, Laub und anderen weichen Pflanzenteilen. Siebenschläfer haben eine Tragzeit von vier Wochen, die Jungen werden nackt, blind und taub geboren. Das Weibchen versorgt die Jungen sechs Wochen lang mit Milch, danach nehmen die Jungtiere feste Nahrung auf und nach etwa zwei Monaten sind sie selbstständig. Im Spätherbst wird zur Vorbereitung auf den Winterschlaf vermehrt Nahrung aufgenommen und Fettreserven angelegt. Der Winterschlaf wird in einer mit Laub und Moos ausgepolsterten Erdhöhle, 50-100 cm tief im Boden, verbracht und dauert je nach Witterung von September/Oktober bis Mai/Juni an.

junger Siebenschläfer © Hannah Assil

Ernährung

Siebenschläfer ernähren sich von Baumfrüchten, wie Bucheckern, Eicheln, Walnüssen, Haselnüssen und Kastanien. Weiters zählen Triebe, Knospen und Blättern von Bäumen und Sträuchern, sowie Früchte und Pilze zu ihrem Nahrungsspektrum. Gelegentlich werden auch Insekten und Vogeleier vertilgt.

Helfen Sie uns helfen!