Fledermäuse

Fledermaus © Hannah Assil

Merkmale

Es gibt in Österreich derzeit 28 bekannte Arten, wobei nicht auszuschließen ist, dass es noch mehr sind. Sie unterscheiden sich vor allem in der Größe, aber auch in Färbung und Lebensweise. Während die kleinsten heimischen Arten (zum Beispiel Zwergfledermaus) eine Körperlänge von gerade einmal 5cm aufweisen, können die Größten (zum Beispiel großer Abendsegler) bis zu 8cm lang werden, die Spannweite der Flügel beträgt sogar bis zu 40cm.
Fledermäuse sind gemeinsam mit den Flughunden die einzigen Säugetiere die aktiv fliegen können. Sie haben sehr filigrane Knochen, um das Gewicht so gering wie möglich zu halten. Fledermäuse besitzen ein sehr dichtes Fell, das meist schwarz oder bräunlich gefärbt ist und keinen Haarstrich aufweist. Meist ist zudem die Unterseite heller als der Rücken. Die Flughaut, die das Fliegen ermöglicht ist dunkel und erstreckt sich von den Handgelenken bis zu den Fußgelenken und ist mit Muskelfasern zur Stabilisation ausgebildet. Gespannt wird die Flughaut durch vier Finger, der fünfte Finger (Daumen) dient zum Festhalten und Klettern.
Fledermäuse haben sehr gut ausgeprägte Sinne. Mit ihren dunklen Knopfaugen können sie schwarz und weiß sehen. Sie orientieren sich jedoch größtenteils über die so genannte Echoortung. Sie senden Ultraschallwellen (für unsere Ohren nicht hörbar) aus, die an Gegenständen, Hindernissen oder fliegenden Insekten reflektiert werden und die Fledermaus nimmt sie als Echo mit ihren Ohren wieder auf und kann so Entfernungen perfekt ausmachen. Doch nicht nur Entfernungen, sie können mit dieser Art der Wahrnehmung auch genau feststellen aus welchem Material ein Gegenstand besteht oder ob er sich bewegt und sogar wie schnell und in welche Richtung.

großer Abendsegler © Ulli Odreitz

Lebensraum

Bei Fledermäusen kann der Lebensraum je nach Art und Jahreszeit sehr unterschiedlich sein, dies hängt meist mit dem Jagdrevier zusammen. Sie können sich jedoch sehr schnell an verschiedene Naturräume anpassen. Sowohl im Sommer, als auch im Winter haben Fledermäuse Quartiere, je nach Art leben sie in Gruppen zusammen oder einzeln. Als Quartier dienen Höhlen, Baumlöcher oder auch Dachböden sowie extra angebrachte Fledermauskästen. Tagsüber ziehen sie sich in Ihren Unterschlupf zurück um zu schlafen. In der Nacht sind sie aktiv und je nach Art zieht es sie in Gebiete mit Höhlen oder Gewässer, andere wiederrum in waldreiche Gegenden.

Zweifarbfledermaus © Anna Gmeiner

Lebensweise

Fledermäuse haben einen sehr strengen Jahreszyklus.
Im Herbst findet die Paarung statt. Die Weibchen speichern die Spermien während des Winterschlafs. Da es im Winter keine Insekten gibt, fehlt der Fledermaus die Nahrung. Sie fressen sich daher im Herbst einen Winterspeck von bis zu 30% ihres Körpergewichtes an. Während des Schlafens fahren sie all ihre Körperfunktionen sehr stark zurück, um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Die meisten Arten verbringen den Winter in Gruppen in einem gemeinsamen Quartier.

Fledermäuse © Anna Gmeiner


Ab April finden sich die Weibchen einer ganzen Region zusammen und bilden sogenannte Wochenstuben, wo sie die Jungen zur Welt bringen und aufziehen. Es gibt Wochenstuben in Österreich, in denen bis zu 2000 Weibchen zusammen kommen. Fledermäuse bekommen in der Regel ein bis zwei nackte und blinde Junge. Sie werden vier bis sechs Wochen lange gesäugt. Während das Muttertier auf Beutejagd ist, bleiben die Jungtiere in der Wochenstube zurück.
Wenn die Jungen flügge und selbständig sind beginnen die Tiere bereits sich wieder einen Vorrat für den Winter anzufressen.

Fledermausbaby © Daniela Großmann

Ernährung

Die Nahrung der Fledermäuse umfasst ausschließlich Insekten, jedoch sehr viele unterschiedliche Arten von Insekten. Jede Art hat ihre Vorlieben, natürlich auch stark von der Größe abhängig. Die kleinen Arten beschränken sich größtenteils auf Mücken. Eine einzige Fledermaus kann pro Nacht bis zu 1000 Mücken verspeisen! Größere Arten jagen auch Käfer und Falter. Die Fledermaus hat ein ganzes Spektrum an Methoden um ihre Beute zu bändigen. Kleine Insekten werden direkt mit dem Maul gefangen, größere können sie mit der Flughaut zwischen ihren Hinterbeinen einsacken und ganz große Käfer oder Falter werden durch einen Schlag mit dem Flügel zu Boden befördert.

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