Neozoen – Beispiel: Waschbär

Waschbär © Verein für kleine Wildtiere

Merkmale

Der Waschbär gehört nicht zu den heimischen Wildtieren, man bezeichnet ihn als sogenanntes Neozoon. Als Neozoen werden Tierarten bezeichnet, die in ein Gebiet, in welchem sie nicht ursprünglich vorkommen, absichtlich eingeführt oder unabsichtlich eingeschleppt wurden.
Waschbären kommen ursprünglich aus Nordamerika und verbreiten sich seit dem 20. Jahrhundert in Europa. 1985 konnte man den ersten Waschbären in der Steiermark nachweisen. Die Einschleppung ist auf zwei Ereignisse zurückzuführen: 1934 wurden in Deutschland zwei Pärchen bewusst ausgesetzt und im zweiten Weltkrieg entkamen bei einem Bombenangriff einige Tiere aus einem Gehege.
Sie sind die größten Vertreter der Kleinbären (Körperlänge 40-70cm) und stechen vor allem durch ihre markante Gesichtsmaske und den schwarz-weiß gestreiften Schwanz hervor. Sie haben im Vergleich zum Körper recht kurze Beine und bewegen sich am Boden leicht hüpfend fort. Waschbären können hervorragend klettern und auch schwimmen.
Typisch für Raubtiere besitzt der Waschbär sehr ausgeprägte Sinne, seine haptischen Fähigkeiten sind besonders gut ausgeprägt. Vor allem ihre Vorderpfoten sind hypersensibel und daher tasten Waschbären ihre Nahrung sehr sorgfältig ab. Da die Pfoten beim Kontakt mit Wasser noch besser fühlen können, könnte man meinen Waschbären waschen ihre Nahrung, daher kommt auch ihr Name.

Waschbär © Anna Gmeiner

Lebensraum

Der Lebensraum der Waschbären lässt sich nicht klar definieren. Es sind sehr anpassungsfähig Säugetiere, sie bewohnen sowohl Wälder als auch Städte und sind nicht wählerisch was ihre Unterschlüpfe angeht. Waschbären sind hauptsächlich nachtaktiv, tagsüber ziehen sie sich zum Schlafen in Astgabeln, Baumhöhlen, leere Dachsbauten oder auch Dachböden, Schuppen oder ähnliches zurück. Sie sind Einzelgänger oder leben in lockeren Gruppen zusammen, jedoch immer nach Geschlechtern getrennt.

Waschbärbabies © Alex Settari

Lebensweise

Im April bekommen die Weibchen zwei bis vier blinde und fast nackte Junge, die bis zum Herbst beim Muttertier bleiben. Im Herbst fressen sich die Waschbären einen Speck an um für die kalten Monate gewappnet zu sein. Waschbären halten keinen Winterschlaf. Es kommt jedoch vor, dass sie tagelang durchschlafen und fasten, da sie nur wenig Nahrung finden und im Schlaf am wenigsten Energie verbrauchen. Viele Waschbären überleben ihren ersten Winter jedoch nicht, vor allem wenn er sehr kalt und frostig ist.
Der Waschbär hat in Österreich, im Gegensatz zu seiner eigentlichen Heimat, wo er sich gegen Kojoten und Luchse behaupten muss, kaum natürliche Feinde.

Waschbär © Anna Gmeiner

Ernährung

Die Nahrung der Waschbären ist sehr vielseitig, sie zählen zu den Allesfressern. Zu ihren Hauptspeisen zählen unter anderem Insekten, Würmer, Obst, Nüsse, Fische, Kröten und vieles mehr. Sie bevorzugen jedoch die einfache Nahrungsbeschaffung und sind deshalb keine großen Jäger, Mäuse oder Vögel werden daher eher selten erbeutet.
Im städtischen Gebiet plündern sie auch sehr gerne Mistkübel oder suchen in Obstgärten nach allem was sich verzehren lässt.

Helfen Sie uns helfen!